氣 - Qi

Qi in der chinesischen Überlieferung

In der daositischen Metaphysik und Kosmologie spielt das Qi eine besondere Rolle als schöpferische Urkraft. So heißt es im Tao Te King:

Das Dao bringt die Einheit hervor.
Die Einheit bringt die Zweiheit hervor.
Die Zweiheit bringt die Dreiheit hervor.
Die Dreiheit bringt die zehntausend Dinge hervor.
Die zehntausend Dinge:
tragendes Yin, bergendes Yang -
vermischende Qi-Energie schafft Harmonie.1)

In der Übersetzung von Kopp ließt sich dies so:

Die abertausend Wesen,
das ruhende Yin es trägt sie,
das bewegte Yang umfasst sie.
Die allumfassende Lebenskraft
bewirkt den harmonischen Einklang.2)

Und im Chuang-Tzu noch knapper:

Die ganze Welt besteht aus einem einzigen Ch'i.3)

Gemäß dieser kosmologischen Vorstellungen ist das Qi als eine Art Urstoff oder alles durchdringender "Odem" zu verstehen.